Gregor Brand

Gregor Brand wurde 1957 in Bettenfeld/Eifel als Sohn des Landwirts und Schreiners Robert Brand und dessen Ehefrau Anna Pütz geboren. Er wuchs in der bäuerlich-katholischen Welt der Südeifel auf; seine Muttersprache ist Moselfränkisch. Eine ausführliche autobiographische Schilderung dieser ländlichen Wurzeln findet sich in dem Buch von Ulrike Siegel (Hrsg. ): Kein Rindvieh – bloß kein Rindvieh. Persönlichkeiten unserer Zeit erinnern sich an ihre ländliche Wurzeln (2007).

Nach dreijähriger Volksschulzeit wechselte er 1967 auf das humanistische Regino-Gymnasium in Prüm/Eifel. Nach dem Überspringen der 10. Klasse (Untersekunda) machte er 1975 siebzehnjährig Abitur. Es folgten Jurastudium an der Universität Trier (1975-79), Rechtsreferendariat und ein rechtsphilosophisches Vertiefungsstudium. 1983 erwarb Brand als jüngster Rechtsassessor des Landes Rheinland-Pfalz die offizielle „Befähigung zum Richteramt“ (Volljurist). Anschließend arbeitete er von 1983–1985 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Bernd von Hoffmann an der Universität Trier. Brands Spezialgebiete waren das internationale Währungsrecht und das internationale Lufttransportrecht, zu denen er mehrere wissenschaftliche Artikel veröffentlichte.

1985 gründete er den GREGOR BRAND VERLAG, außerdem war er als Lehrbeauftragter an der Universität Trier tätig (1985-1987).

1987 begann ein neuer Lebensabschnitt: Brand erzog seine beiden – 1987 und 1991 geborenen – Töchter als Hausmann. Durch die Erziehung seiner Kinder wurde Brand veranlasst, sich wieder stärker mit dem Thema Hochbegabung zu beschäftigen, das ihn schon seit seiner Schulzeit faszinierte. Von 1994‒2001 leitete er als Vorsitzender den schleswig-holsteinischen Landesverband der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK). In zahlreichen persönlichen Beratungsgesprächen sowie in öffentlichen Vorträgen informierte er Eltern, Lehrkräfte und andere Interessierte zum Thematik von Intelligenz und Hochbegabung. Brand war Mitglied des Arbeitskreises Besonders begabte Kinder im Bildungsministerium Schleswig-Holstein und gehörte der Redaktion der Hochbegabungszeitschrift Labyrinth an. In dieser Zeitschrift veröffentlichte er umfangreiche Artikel zur Thematik von Begabung, Intelligenz und Hochbegabung.

Zum literarisch-publizistischen Werk:

In den bisher erschienenen fünf Lyrikbänden veröffentlichte Gregor Brand rund 500 Gedichte. Darüber hinaus wurden zahlreiche Gedichte Brands in Jahrbüchern und Zeitschriften publiziert. Anfang der 90er Jahre trat der mit Moselfränkisch als Muttersprache aufgewachsene Brand zudem als Verfasser moderner Mundartdichtung hervor. Für die alle moselfränkischen Mundartregionen (Luxemburg, Siebenbürgen, Eifel, Hunsrück, Saarland) umfassende Anthologie Moselfränkische Mundart. Su schwätzen mir (Aach: Weyand, 1992) wurde er von Peter Knüpper, dem Initiator der Moselfränkischen Mundarttage, als wichtigster Repräsentant der Eifel ausgewählt (neben Josefine Wittenbecher) ausgewählt.

Nach der Jahrtausendwende trat Gregor Brand als Aphoristiker hervor.  Im Jahr 2008 erschien der Aphorismenband „Meschalim. Zweitausend Aphorismen“. Zahlreiche brandsche Aphorismen werden auf Internet-Seiten, aber auch in Buchpublikationen oder andernorts zitiert.

Außer literarischen Veröffentlichungen erschienen von Gregor Brand zahlreiche Publikationen insbesondere zu juristischen, psychologischen und historischen Themen in Zeitschriften, Jahrbüchern, Festschriften und Lexika. In biographischen Essays befasste er sich unter anderem mit den Reformrabbinern und Philosophen Samuel Hirsch und Emil Gustav Hirsch, dem Botaniker und Naturphilosophen Johannes Reinke, dem Chemiker und Philosophen Wilhelm Ostwald oder etwa Albert Einstein. Seine in mehreren Artikeln sowie in in einer umfangreichen Monographie (Non ignobili stirpe procreatum: Carl Schmitt und seine Herkunft. 1996) veröffentlichten Forschungen über die Wurzeln des Staats- und Verfassungsrechtlers und politischen Philosophen Carl Schmitt (1888–1985) wurden von dem belgischen Carl Schmitt-Experten Professor Piet Tommissen als „grundlegende Pionierleistung“ gewürdigt.

Zur Abhandlung Brands über den pädagogikgeschichtlich exemplarischen Lebensweg des Eifeler Lehrers und Heimatschriftstellers Kaspar Hebler schrieb der eminente Theologe, Liturgiewissenschaftler und Hebler-Kenner Professor Balthasar Fischer (1912–2001): „Sie können sich kaum vorstellen, welche Freude dieser vorbildlich recherchierte Artikel bei mir ausgelöst hat. Da ich selber Historiker bin, konnte ich die Qualität ihrer Arbeit gut beurteilen. Sie ist erstklassig ….

Der Historiker Professor Erwin Schaaf, führender Experte für moselländische Regionalgeschichte, lobte die historischen Studien Brands zur Geschichte des Eifel- und Mosellandes als „betont nüchterne, akribisch exakte wissenschaftliche Abhandlungen„. In Brands poetischem Werk erkannte er „faszinierenden Gedankenreichtum, grenzenlosen Vorwitz für alles Menschliche und tiefgründigen, apokryphen Witz“.