Kinder der Eifel

Maria Lipp

Die RWTH Aachen gehört unbestritten zu den renommiertesten deutschen Hochschulen und schneidet in zahlreichen Bereichen aus Naturwissenschaft und Technik bei Rankings immer wieder glänzend ab. In der nunmehr fast 150-jährigen Geschichte dieser Elite-Universität ist eine Frau wissenschaftshistorisch von besonderer Bedeutung: die Chemikerin Maria Lipp (geborene Savelsberg). Sie war nicht nur eine der ersten weiblichen Studierenden an der Aachener Technischen Hochschule, sondern dort auch die erste Diplom-Ingenieurin, Doktorandin, Habilitandin und ordentliche Professorin. Es ist also in der Tat gerechtfertigt, sie als „Pionierin“ (J. Spies/ M. Bausch) der RWTH zu bezeichnen. Wer sich näher mit der Biographie dieser 1892 in Stolberg geborenen Wissenschaftlerin…

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Nikolaus Doeser

Im Jahr 2007 erschien in Rom die vierte – aber keineswegs letzte! – Doktorarbeit des vielseitig gelehrten früheren Bürgermeisters von Prüm (1965–1972) Karl Heinrich Theisen. Der gebürtige Polcher Theisen (Jahrgang 1934) untersucht darin akribisch den Lebensweg eines Landsmannes, der um 1400 in dem unweit von Prüm und Schönecken gelegenen Kleindorf Winringen zur Welt kam: Nikolaus Doeser, der auch Nikolaus von Prüm, Nikolaus von Winringen oder mit anderen Namensvarianten genannt wird. Mit seiner Geburt zu Beginn des 15. Jahrhunderts gehörte Doeser zur gleichen Generation juristisch höchst qualifizierter Eifler wie Nikolaus von Kues und Johannes Hofmann aus Lieser.  Urkundlich erstmals erwähnt wurde der…

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Mathias Rohr

Als sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Millionen Deutsche als Auswanderer auf den Weg in die Neue Welt machten, gehörte die Stadt Buffalo unweit der Niagarafälle zu ihren bevorzugten Zielorten. Nach dem Ersten Weltkrieg ergab eine Erhebung, dass etwa ein Viertel der Einwohner der damaligen Halbmillionenstadt im Norden des Bundesstaats New York sich als deutschstämmig bezeichneten. Zu den „wohlbekanntesten und hochgebildetsten“ der deutschen Buffalo-Einwanderer zählte um 1900 ein Südeifler: der 1840 geborene Mathias Rohr, Sohn der Eheleute Johann Rohr und Katharina Hoffmann aus Zemmer. Der hochintelligente Lehrersohn Mathias, dessen Familienname vermutlich auf das im Mittelalter „Rohr“ genannte Dorf Salmrohr…

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Adela von Pfalzel

Wo Adela – sie wird bisweilen auch mit den nicht weniger klangvollen Namen Adula oder Adolana genannt – genau geboren wurde, ist ähnlich unbekannt wie bei ihrem Urgroßneffen Karl dem Großen. Diese biographische Ungewissheit, die sich auch auf ihr Aussehen und das Geburtsdatum (vermutlich um 660) erstreckt, ist für die Zeit des Frühmittelalters nichts Besonderes. Ungewöhnlich ist dagegen die Tatsache, dass man den Namen und die Bedeutung dieser Frau aus fränkischem Adel überhaupt kennt. Nur eine winzige Minderheit der Menschen jener Zeit ist namentlich bekannt und nur bei einem Bruchteil davon handelt es sich um Frauen. Zwei Umstände sind es…

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Heinrich Alken

Die Hauptquelle zum Leben Heinrich Alkens bildet die von ihm selbst verfasste „Geschichte meiner Familie zur Nachricht für meine Kinder“. Diese inzwischen auch im Internet nachlesbaren Aufzeichnungen, die 1992 vom Geschichts- und Altertumsverein für Mayen und Umgebung e.V. herausgegeben wurden, sind für Geschichtsinteressierte bis heute eine lohnenswerte Lektüre. Ausgiebig widmet sich Alken – 1753 als eins von 13 Kindern des Bauernsohns Jakob Alken und der sehr lebenstüchtigen Apolonia Niederehe geboren – darin auch seiner Osteifler Herkunft und gibt knappe, aber genealogisch wertvolle Hinweise zu den Biographien vieler „gewöhnlicher“ Eifler aus dem 18. Jahrhundert. Alken schrieb an diesen Aufzeichnungen bis kurz…

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Gottlob Jacobi

„Ein Mann von seltenen und umfassenden Kenntnissen der praktischen Eisenhüttenkunde, besonders des Schmelzens des Eisens in Hochöfen, Windöfen und Cuppolöfen, sowohl bei Holz- als bei Steinkohlen, rohen und Coaks. Seine Gießerei war musterhaft, seine Grapen (eiserne Töpfe) von einer Leichtigkeit, die kaum etwas zu wünschen übrig ließ; sein Hüttenmaschinenwesen vortrefflich. Er hatte sich selbst eine Dampfmaschine zur Bewegung seines vervollkommneten Kastengebläses bereitet. Er war ein Mann von strenger Rechtlichkeit, für wahre Freundschaft empfänglich und von hohem patriotischen Sinn.“ So fasste der „Neue Nekrolog der Deutschen“ nach dem Tod des Hüttenherrn Gottlob Jacobi (1770-1823) dessen Lebensleistung voller Anerkennung zusammen. Dass sich…

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August Goebel

Auf dem Foto, das August Goebel (auch: Göbel) als jungen Infanterie-Leutnant aus Michigan im US-Bürgerkrieg (1861-1865) zeigt, sieht der 1839 in Münstermaifeld geborene Eifler im Dienst der Nordstaaten ernst und entschlossen aus. Einige Jahrzehnte später als Mitglied des Parlaments von Michigan war Goebel dagegen mehr für seinen Humor und seine Umgänglichkeit bekannt. So berichtet es der 2002 verstorbene Bier-Experte Peter H. Blum, dem wir die meisten Informationen zu Goebel verdanken. Vielleicht trug zu dieser Veränderung bei, dass der Eifelauswanderer zwischenzeitlich einen eindrucksvollen sozialen Aufstieg in seiner neuen Heimat geschafft hatte. Goebel war als Siebzehnjähriger in Detroit angekommen und hatte dort…

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Nicola Baur

1848 kam es im revolutionären Berlin zur Begegnung zwischen dem später so berühmten „Eisernen Kanzler“ Otto von Bismarck und einem Adenauer: „Ich hatte in Berlin Gelegenheit, den famosen Bismarck-Schönhausen, indem er in der Abteilung neben mir saß, genau kennenzulernen. Derselbe ist ein Schwärmer für die absolute Monarchie. Obschon ich seine Ansicht nicht teile, so kann ich ihm doch meine Achtung nicht versagen, weil er aus Überzeugung dasjenige ist, für das er bei jeder Gelegenheit in die Schranken tritt.“ So erinnerte sich der 1808 in Adenau geborene Abgeordnete Nicola Baur, der damals als „der rote Baur“ in scharfem Gegensatz zum erzkonservativen…

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