Kinder der Eifel

Hermann Jakob Doetsch

Das einstige Fischerdorf Kesselheim ist seit der Gebietsreform 1969 ein Stadtteil von Koblenz. Bis dahin bildete der Ort am linken Rheinufer gewissermaßen einen südöstlichen Grenzpfeiler des Eifelvierecks zwischen Aachen-Köln-Koblenz-Trier. Dort wurde 1831 H. J. Doetsch geboren, der später zu den namhaften rheinischen Kommunalpolitikern seiner Zeit gehörte. Er nahm für die Stadt Bonn „unverkennbare Weichenstellungen“ vor, wie der Bonner Stadtarchivar Dr. Norbert Schloßmacher, dem wir grundlegende Informationen zu Doetsch verdanken, dessen Lebenswerk bilanzierte. Zur Zeit von Hermanns Geburt war sein Vater Peter Doetsch Ackermann und Wirt, später findet sich die Bezeichnung Gutsbesitzer. Wenige Generationen zuvor war diese Doetsch-Familie aus dem benachbarten…

read more
Georg Sigmund Graf Adelmann von Adelmannsfelden

Der klangvolle Name hält, was er verspricht: Bei den Adelmann von Adelmannsfelden handelt es sich um eine Familie des deutschen Uradels. Seit ihrer erstmaligen Nennung im 12. Jahrhundert hat dieses Geschlecht von der schwäbischen Ostalb in zahlreichen Generationen Persönlichkeiten hervorgebracht, die Geschichte und Kultur weit über ihr württembergisches Stammland hinaus vielfältig beeinflusst haben. Anfang des 20. Jahrhunderts kam diese Familie mit der Eifel in Berührung, als Dr. jur. Sigmund Maria Graf Adelmann (1876-1926), der Vater des Kunsthistorikers, 1913 zum Preußischen Landrat des Kreises Bitburg ernannt wurde. Seine bis 1919 währende Amtszeit stand ganz im Zeichen der Notjahre des Ersten Weltkriegs.…

read more
Johann Hubert Schmitz

Der am 9. August 1765 in Dackscheid geborene Johann Hubert Schmitz, Sohn des Bauern Bernhard Schmitz und dessen Ehefrau Katharina Heinen, war der Patenonkel des bereits im Buch „Kinder der Eifel aus anderer Zeit“ (2013) vorgestellten gleichnamigen Pfarrers, Autors und Heimatforschers aus Manderscheid. Wie der Manderscheider J. Hubert Schmitz (1807–1882), so erwarb sich auch sein Onkel Verdienste, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Der Dackscheider Schmitz wurde im Mai 1790 im Trierer Dom zum Priester geweiht. Sein priesterliches Amt übte er anschließend fast zwei Jahrzehnte in Niederstadtfeld als Vikar aus, ehe er 1807 Pfarrer von Dockweiler wurde. Man könnte vermuten,…

read more
Anna Kirchstein – Journalistin und Dichterin aus Prüm

Im Krisenjahr 2008 beschwor Angela Merkel das Vorbild der schwäbischen Hausfrau: „Man hätte einfach nur die schwäbische Hausfrau fragen sollen. Sie hätte uns eine Lebensweisheit gesagt: Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben.“ Ob man nun dieses Sparsamkeitsideal für bewundernswert oder für ökonomisch fragwürdig hält: Fest steht, dass die Kanzlerin mit gutem historischen Recht auch von der „Eifler Hausfrau“ hätte sprechen können. Denn schon ein Jahrhundert vor Merkels Stuttgarter Rede hatte die 1848 in Prüm geborene und in die USA emigrierte Autorin Anna Kirchstein (geb. Ganser) genau dieses Ideal dem amerikanischen Lesepublikum verkündet. In einem Artikel mit der…

read more
Johann Franz Ermels

„Der Anblick von Franz Ermels Landschaften setzte ihn in Entzücken und machte ihn zum Maler.“ So berichtete Friedrich Campe 1833 in seinem Maler-Lexicon zum Handgebrauch für Kunstfreunde über den Schweizer Felix Meyer (1653-1713), der seinerseits die Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei deutlich beeinflusste. Wer war dieser Franz Ermel, der nicht nur als Lehrmeister von Meyer bedeutsam wurde, sondern für die Entwicklung der deutschen Kunst allgemein keineswegs unwichtig ist? Nach heutigem Forschungsstand entstammte der wohl 1641 in dem zu Reil gehörenden Ortsteil Reilkirch als Sohn eines Winzers Geborene der Reiler Familie Ermels (auch Ermelein/Irmelen). Vor allem in älteren Lexika wird zwar öfters…

read more
Matthias Glabus

In der vielhundertjährigen Geschichte der Zisterzienserabtei Himmerod gab es bis zur französischen Revolution keine Epoche, in der Kriegsfurie und blanke Not dem Klosterleben an der Salm derart bedrohlich zusetzten wie in den Jahrzehnten des Dreißigjährigen Kriegs. Während der längsten Phase dieser düsteren Zeit stand an der Spitze des Konvents ein Abt aus der Südeifel, mit dessen Amtszeit wichtige Ereignisse der Klosterhistorie verbunden sind: Matthias Glabus aus Lieser. Die Eltern des um 1592 Geborenen waren vermutlich Winzersleute; noch 400 Jahre später produzierte mit dem sympathischen und klugen Noviander Winzer Rudolf Glabus (1926-2014) ein Angehöriger dieser Familie feinen Rieslingwein. 1613 wurde Matthias…

read more
Philipp II. von Daun

Als der schlesische Historiker Johann Sinapius (1657-1725) im Jahr 1728 von dem „weltberühmten Geschlecht“ Daun schrieb, konnte diese Adelsfamilie bereits auf eine über 500-jährige Geschichte zurückblicken. Ausgehend von ihrem hochmittelalterlichen Stammsitz in Daun hatten sich einzelne Linien im Lauf der Jahrhunderte verzweigt und von anderen Burgen und Schlössern aus ihre Territorien beherrscht. Aber immer blieb ihnen die Verwurzelung in der Eifel bewusst und wichtig. Die Rückbindung auf die Eifler Ursprünge wurde auf vielerlei Weise immer wieder erneuert, nicht zuletzt auch durch eine ausgesprochen traditionell ausgerichtete Namensgebung. So erscheint der typische Ur-Dauner Leitvorname Wirich nicht nur beim Vater des Kölner Kurfürsten,…

read more
Hugo am Zehnhoff

Carl Schmitt, der international berühmteste und meistdiskutierte deutsche Staatsrechtler des 20. Jahrhunderts, notierte im August 1914 in seinem Tagebuch: „Heute waren wir Düsseldorfer Bier trinken. Da wir uns glänzend unterhielten, gingen wir noch in die italienische Weinkneipe, Chianti trinken. Dann noch zu Hause gesessen; er war total besoffen, ich schwer betrunken, aber noch bei Verstand.“ Der damals bereits promovierte 26-jährige Schmitt befand sich zu dieser Zeit im Referendariat bei einem höchst angesehenen Anwalt – und sein „Saufkumpan“ war kein Geringerer als eben dieser Rechtsanwalt und Vorsitzende der Düsseldorfer Anwaltskammer: der Geheime Justizrat und Reichstagsabgeordnete Dr. Hugo am Zehnhoff. Trotz einer…

read more
Adolf Meyer

Wenn es um die großen Architekturpioniere der Moderne geht, so werden in erster Linie Namen wie Mies van der Rohe, Le Corbusier und Walter Gropius genannt. In dieser ruhmvollen Reihe ist die Eifel mit Ludwig Mies van der Rohe bereits bestens vertreten. Seit dem 1994 veröffentlichten großartigen Ausstellungsband von Dr. Annemarie Jaeggi mit dem Titel Adolf Meyer. Der zweite Mann ist jedoch klar, dass bei der Frage, wer an der Wiege des modernen Bauens im 20. Jahrhundert stand, noch ein weiterer Eifler genannt werden muss: der 1881 in Mechernich geborene Adolf Meyer. Als Mitarbeiter von Walter Gropius stand der schweigsame,…

read more
Johann Friedrich von Auwach

Das Amt eines kurtrierischen Schultheißen in Wittlich wurde im 16. Jahrhundert über Generationen von der Familie von Auwach ausgeübt. Stadtschultheiß war im Jahr 1587, als das Wittlicher Kirchenbuch einsetzt, Gerlach von Auwach, der Bruder Johann Friedrichs. Schultheiß war aber auch schon deren Großvater Gerlach von Auwach gewesen, dessen Ehefrau Eva von Zievel aus einem Zweig der Herren von Daun hervorging. Durch die Abstammung von der Schönecker Burgmannenfamilie von Hoverdingen (genannt von Saurzapf) kamen die von Auwach in den Besitz zahlreicher Rechte – wie Zehntanteile, Geldrenten, Grundbesitz – in vielen Ortschaften der Westeifel; in Büdesheim besaßen sie das noch im 18.…

read more