Posts By : Gregor Brand

Über den Komponisten Siegfried Alkan und seine Abstammung

Der Komponist, Pianist und Kaufmann Siegfried Alkan wurde am 30. März 1858 in Dillingen/Saar als Sohn der jüdischen Eheleute Johann Alkan (Dillingen 1820 – 1884) und Johanna geb. Bonn (Luxemburg 1821 – Dillingen 1906) geboren. Die Familie Alkan, die bis in die Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts in Dillingen/Saar lebte und deren Namen sich vom hebräischen Vornamen Elchanan ableitet, kann in direkter väterlicher Linie bis auf Herz Leib (französisch: Cerf Lion; ca. 1740-1814) zurückgeführt werden, der in der für Juden obligatorischen Namensdeklaration im Jahr 1808 als Familiennamen „ALKAN“ angab. Er wohnte zu dieser Zeit in Flatten bei Launstroff (Lothringen). Er…

read more
Heinrich Hildebrand

Vor dem Ersten Weltkrieg rückte das uralte Kaiserreich China immer stärker ins Blickfeld europäischer Mächte. Auch für das wilhelminische Deutschland wurde China wirtschaftlich und machtpolitisch so wichtig, dass es sich dort als Kolonialmacht etablieren wollte. Zunächst erfolgreich: 1898 wurde das Gebiet Kiautschou an der Ostküste mit seiner Hauptstadt Tsingtau für 99 Jahre gepachtet. In China selbst wollten Revolutionäre die Monarchie beseitigen, zudem gab es gewalttätige Auseinandersetzungen über den Umgang mit den Fremden. Im „Boxerkrieg“ erreichten die Konflikte um die Jahrhundertwende einen blutigen Höhepunkt. Kaiser Wilhelm II hielt seine berüchtigte „Hunnenrede“, in der er die deutschen Soldaten  aufforderte, sich in China so…

read more
Guido Ilges

Der 1835 in Ahrweiler als Sohn des Rechnungsrats Daniel Ilges geborene Guido Ilges zählt  unter Kennern der Geschichte des Wilden Westens zu den bekanntesten Soldaten aus der Zeit der Indianerkriege. Die tragische Geschichte berühmter Indianerstämme von den Apachen bis zu den Sioux ist dauerhaft mit der Biographie dieses Eifler Offiziers verbunden. Der amerikanische Lebensweg von Ilges begann kurz nach seiner Schulzeit an einem Kölner Gymnasium. Bei der Frage nach den Motiven seiner Emigration ist man auf Vermutungen angewiesen. Vieles spricht dafür, dass es nicht die Absicht war, sich als Farmer ein friedliches Leben aufzubauen oder als Geschäftsmann reich zu werden,…

read more
Max von Schillings

Vor 100 Jahren galt der 1868 in Düren geborene Max von Schillings als einer der herausragenden deutschen Komponisten und Musikerpersönlichkeiten. Seine 1932 erfolgte Wahl zum Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste schien diese Stellung noch einmal zu bestätigen. Aber gerade dieses renommierte Amt trug dazu, dass Schillings nach dem Krieg nahezu in Vergessenheit geriet. Denn als die Akademie nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 völlig unter NS-Kontrolle kam, verband sich sein Name mit den beschämenden Maßnahmen zur politischen Gleichschaltung der Institution. Dazu zählte insbesondere auch die antijüdische Agitation, unter der beispielsweise der brillante Komponist Arnold Schönberg zu leiden hatte.…

read more
Benedikt Reetz OSB

Seit einigen Jahren wird der 14. März – 3/14 in amerikanischer Schreibweise – von Freunden der Kreiszahl Pi als internationaler „Pi-Tag“ gefeiert. In dem bis 1969 selbständigen Nordeifelort Ripsdorf könnte man dieses Datum auch als „Abt-Reetz-Tag“ begehen. Am 14. März 1897 wurde dort der bedeutendste Sohn des Ortes geboren: Benedikt Reetz. Dessen Familienname, abgeleitet von der Gemeinde Reetz, die wie Ripsdorf ebenfalls 1969 in Blankenheim eingemeindet wurde, deutet auf weit zurückreichende Verwurzelung im Blankenheimer Raum hin. In Ripsdorf betrieben Matthias Reetz und seine Ehefrau Anna Maria Graf, die Eltern des Abts, eine Gastwirtschaft und versuchten, zusätzlich mit Ackerbau ihre zehnköpfige…

read more
Maria Eulenbruch

Die 1899 in Kelberg geborene Maria Eulenbruch gehörte nicht nur nach Einschätzung des Kunsthistorikers Dr. Holger Brülls „zu den großen Talenten der Bildhauerei in der Zeit der Weimarer Republik“. Längere Zeit fast in Vergessenheit geraten, wird ihre religiös geprägte Kunst neuerdings wieder deutlich stärker beachtet. Ihr Leben war nicht nur durch ihren Geburtsort mit der Eifel verbunden, sondern auch durch ihren langjährigen ostbelgischen Wirkungsort Raeren. In diese Gemeinde im Eifler Grenzgebiet, die seit Jahrhunderten für ihre Töpfertradition und ihre Keramikmeister bekannt ist, zog sie nach dem zweiten Weltkrieg; dort verstarb sie 1972. In Kelberg verbrachte Maria nur ihre ersten Lebensjahre.…

read more
Adolph Sutro

Ein deutscher Jude vom Nordrand der Eifel gehört zu den berühmtesten Pionieren des US-Bundesstaats Kalifornien. Der 1830 in Aachen geborene Adolph Sutro war eines von 13 Kindern der Eheleute Emanuel Sutro (1791–1847) und Rosa Warendorff (1803–1883). Sein Vater, in Bruck (Erlangen) geboren, betrieb nach der Heirat mit der gebürtigen Dürenerin in Aachen ein Textilgeschäft. Auch wenn es später manchem so erschien, als sei der Aufstieg Sutros in den USA gleichsam aus dem Nichts erfolgt, so trug der preußische Emigrant doch zumindest ein genealogisches Erbe im Gepäck, das es in sich hatte. Zwei Beispiele aus seiner väterlichen Verwandtschaft: Adolphs hoch gelehrter…

read more
Isaak ben Meir Düren

Seit dem hohen Mittelalter besitzt der Name der Eifelstadt Düren für Experten der jüdischen Religionsgesetze (Halacha) einen besonderen Klang. Der Grund dafür liegt in den Schriften des Rabbiners Isaak ben Meir aus Düren. Dessen Hauptwerk Shaarei Dura wurde für Jahrhunderte zu einem der meistbeachteten religionsgesetzlichen Werke im aschkenasischen Judentum – die Basisschrift für Fragen auf einigen schwierigen halachischen Teilgebieten. Aus der Zeit von Isaak ben Meir Düren: Bild eines jüdischen Mannes aus dem „Sachsenspiegel“ von Eike von Repgow So wichtig Rabbi Isaaks Werk einerseits wurde, so wenig ist andererseits über seine Biographie bekannt. Isaak, Sohn des Meir und Vater eines…

read more
Peter Breisiger

Wer sich mit der Historie der jahrtausendealten Osteifelgemeinde Saffig im Vulkangebiet der Pellenz befasst, dem muss die besondere Verbindung dieses Ortes zur Orgel auffallen. So ist Pfarrpatronin Saffigs die heilige Cäcilia – also jene römische Märtyrerin, die nicht nur als Patronin der Kirchenmusik verehrt wird, sondern zu deren speziellen Attributen gerade auch die Orgel gehört. Viele künstlerische Darstellungen zeigen sie mit mit diesem Instrument, das die Kirchenmusik schlechthin repräsentiert. Mit dem im Bistum Trier einzigartigen Patronat dieser Heiligen hängt zusammen, dass das Ortswappen von Saffig drei silberne Orgelpfeifen zeigt. Die außergewöhnlichen Orgelbezugnahmen gehen noch weiter und erfassen historisch bedeutende Bürger…

read more
Matthias Joseph Scheeben

Unter den zahlreichen Theologen, die die Eifel hervorgebracht hat, ragt Matthias Scheeben einzigartig heraus. Von Nikolaus von Kues abgesehen fällt bei keinem anderen so oft das Stichwort „Genie“ wie bei diesem 1835 in Meckenheim geborenen Handwerkersohn. Großen katholischen Denkern des 20. Jahrhunderts galt Scheeben als bedeutendster spekulativer und dogmatischer Theologe der letzten Jahrhunderte. 1935, 100 Jahre nach Scheebens Geburt, bezeichnete Papst Pius XI. den deutschen Theologen als geniale Persönlichkeit und stellte ihn Studenten als Vorbild dar – sowohl als brillanten Gelehrten, aber auch als Menschen eines heiligmäßig geführten christlichen Lebens. Äußerlich betrachtet verlief Scheebens Leben weder abenteuerlich noch gar sensationell.…

read more